Minimalismus: Warum weniger manchmal mehr ist

Minimalismus als Lebenseinstellung ist kein Wettbewerb: Warum manchmal weniger mehr ist | Das Sonntagsglück | Panama Quadrat

Sonntagsglück #2:

Minimalismus klingt so unfassbar verlockend: Wer wünscht sich nicht weniger Stress, weniger Chaos, weniger Putzen und Aufräumen und einfach mehr Zeit für das, was glücklich macht? Also ich kann ja nur für mich sprechen aber ich finde das hört sich nach einem perfekten Leben an. Allerdings bin ich auch jemand, der nicht besonders glücklich ist, mit vollgestopften Regalen und Schränken, jede Menge Nippes und überflüssigem Zeug. Wenn ich ehrlich bin, überfordert mich das sogar. Und dass ich gerne aufräume und aussortiere, habe ich ja schon einmal verraten. Macht mich das zu einem Minimalisten? Und möchte ich das überhaupt sein? Was ist Minimalismus eigentlich? Und was hat das alles mit diesem „glücklich sein“ zutun?

Minimalismus ist kein Wettbewerb

Mit einem Minimalisten assoziieren wohl die meisten jemanden, der in einem leeren Raum wohnt, höchstens eine Matratze und vielleicht einen Tisch und einen Stuhl besitzt und ansonsten maximal 100 Teile sein Eigen nennen darf. Das bin definitiv nicht ich. Ich besitze schon alleine mindestens 30 Holzperlen in meinem DIY-Schrank. Wahrscheinlich sogar mehr. Machen die mich glücklich? Nicht unbedingt. Empfinde ich sie als Ballast? Nein, eigentlich nicht. Würde ich mich besser fühlen, wenn ich sie nicht hätte? Definitiv nicht. Sie stören ja nicht. Darf ich mich deshalb jetzt nicht als Minimalist bezeichnen? Wahrscheinlich ist das so. Ist mir aber auch egal. Denn dieses  „Du bist gar kein richtiger Minimalist, dafür hast du ein paar Schuhe zu viel“ stört mich viel mehr, als jeder überflüssige Kram. 

Seit wann ist Minimalismus eigentlich von einer Lebenseinstellung zu einem Wettbewerb mutiert? Und warum? 

Ich finde ja: Es ist alles eine Frage der Perspektive. Und jeder Mensch ist anders. Genauso wie die Einstellung zur Menge der Dinge, die wir brauchen. Während die einen nur 100 Dinge benötigen, sind es bei anderen mehr. 

Wenn du also einfacher leben möchtest, dich aber von bestimmten Dingen nicht trennen kannst, dann lass es. Minimalismus ist kein Wettbewerb und du darfst mehr besitzen, als eine Matratze, einen Tisch, einen Stuhl und die obligatorischen 100 Dinge. 

Minimalismus als Lebenseinstellung ist kein Wettbewerb: Warum manchmal weniger mehr ist | Panama Quadrat

Minimalismus gegen Reizüberflutung

Für mich geht Minimalismus mit Achtsamkeit einher. Es ist das Streben nach Glück. Ich halte mein Leben einfach und befreie mich von allem, was mich nicht glücklich macht oder keinen Mehrwert bietet. Ich will mich auf das Wesentliche konzentrieren. Statt meine Zeit damit zu verbringen, mich um meinem Besitz zu kümmern, möchte ich lieber schöne Momente und Erinnerungen sammeln.

Minimalismus ist außerdem ein Prozess. Man stellt immer wieder fest, das man dieses und jenes eigentlich nicht braucht und dann wird es einfach verschenkt oder verkauft. Das verändert auch das eigene Konsumverhalten. Man denkt nämlich mehr darüber nach, ob man dieses eine Teil, das man scheinbar unbedingt haben möchte, irgendwann auch wieder aussortieren wird. In den allermeisten Fällen ist das so. Deshalb lasse ich das Portemonnaie lieber zu und kaufen nichts. 

Aber für mich persönlich ist das nicht der Grund, warum ich unser Leben einfach halte und unseren Besitz auf das reduziere, was wir brauchen und was uns glücklich macht. Ich mache das, weil ich sehr schnell unter Reizüberflutung leide. Und weil mich Chaos wahnsinnig macht.

Es ist also eine einfache Gleichung: Weniger Krams, weniger Chaos. Weniger Reize, mehr Ruhe. 

Mir geht es damit sehr gut. Und Markus? Der kann Unordnung mindestens genauso wenig ausstehen wie ich. Wir sind also beide zufrieden mit meinem Minimalismus.

Das Prinzip „Weniger ist mehr“

Mein persönliches Fazit lautet: Minimalismus sorgt für weniger Stress, weniger Chaos, weniger Putzen und Aufräumen und mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge. 

Ja, ich bin ein Minimalist. Das Prinzip „Weniger ist mehr“ macht mich glücklich. Weil es mich befreit. Aber mein persönlicher Minimalismus hat Grenzen. Er ist nicht extrem. Ich besitze mehr als die so genannten Vorzeige-Minimalisten aus dem Internet aber wesentlich weniger als der Durchschnittseuropäer mit seinen 10.000 Dingen. Ich bin irgendwo dazwischen. Das ist auch gut so. Denn die Dinge, mit denen ich mich umgebe, machen mich glücklich. Und das ist schließlich alles was zählt. 

Liebe Grüße

Jenni

PS: Ich habe übrigens schon mal etwas zum Thema Aufräumen geschrieben: Nämlich über Ordnung im Flur. Der Beitrag ist schon vor langer Zeit entstanden und ich würde das immer noch so unterschreiben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.